Review zur Banddoku "10,000 Miles From Oslo" über C.O.F.F.I.N

So lange gibt es die Band nämlich schon. In Deutschland werden sie die meisten erstmals größer auf dem Schirm gehabt haben, als sie 2022 mit ihren Buddys Amyl And The Sniffers auf ausverkaufter Tour waren. Da hatten C.O.F.F.I.N allerdings schon vier Alben draußen und längst ihren Ruf als eine der besten und gefährlichsten Livebands inne, die Australiens Pubs und Clubs je gesehen haben. So stellt es zumindest die rund einstündige Doku aus der Feder von Regisseur Jake Laderman dar, der sonst bei Clowns Schlagzeug spielt und das Indie-Label Damaged leitet. Attestieren können das aber auch Mitglieder von The Chats, Frenzal Rhomb, Stiff Richards oder eben Amyl And The Sniffers, die in bester Netflix-Doku-Manier neben engen Familienmitgliedern und Freunden der Band zu Wort kommen und nur Gutes über die charmanten Chaoten aus Sydney – genauer gesagt – dem Erholungsort Manly zu sagen haben.
Lob bekommt allen voran Kreativ-Powerhouse Ben Portnoy, der Schlagzeug spielt, singt, Songs schreibt, Artworks macht und sich sonst auch an Handwerkskunst übt. Ebenso Gitarrist und leidenschaftlicher Taucher Abijah Rado, mit dem Portnoy Musik macht, seit sie 12 sind. Unter reichlich Archivmaterial, das gerade in den Anfangstagen der Band an “Jackass” oder Bam Margeras “CKY”-Filme erinnert, arbeitet sich die Doku durch erste Auftritte mit den australischen Hardrock-Ikonen Hard-Ons und stellt sie als herzliche Punkrock-Arbeitstiere aus dem Underground vor, deren Band mittlerweile zum Lebensinhalt geworden ist – auch wenn es bisher nicht für den großen Durchbruch anderer Garagerocker aus Down Under gereicht hat. Warum, weiß keiner so recht. C.O.F.F.I.N machen es sich eben gerne ungemütlich und biedern sich mit ihrem Motörhead-Gossen-Outback-Sound nicht dem Radio an.
10,000 Miles From Oslo / Doku
Regie: Jake Laderman
Mit: C.O.F.F.I.N
UP, 67 Minuten
ab 08.09. bei YouTube
Zufrieden sind sie aber sowieso: Denn gedacht, dass sie jemals nach Norwegen reisen würden, um dort ihr nächstes Albumcover zu fotografieren, wie ihr alberner Name ohne Bedeutung (Children Of Finland Fighting In Norway) prophezeit, hätten sie eh nie gedacht. Das könnte sich bald ändern: Das neue Album “Out In Oslo” erscheint bei King Gizzards Label und Declan Mehrtens von den Sniffers hat produziert. Selbst wenn das nicht hilft, tut es zumindest diese kleine nette Doku, durch die man sich problemlos in C.O.F.F.I.N verlieben kann. Am besten schaut man sich die Australier aber Ende des Jahres auf Tour an.
8 / 12Der Beitrag Manly Mayhem erschien zuerst auf VISIONS.de.
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