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Kino 24.09.2026

Filmemacher erinnert sich an Tom Cruises große Casting-Kontroverse: "Es war eine Qual für mich als Regisseur, für ihn als Schauspieler und für die gesamte Produktion"

Filmemacher erinnert sich an Tom Cruises große Casting-Kontroverse: "Es war eine Qual für mich als Regisseur, für ihn als Schauspieler und für die gesamte Produktion"
Heute ist Tom Cruise einer der größten Hollywood-Stars. Als er in den 90ern für eine Romanverfilmung gecastet wurde, gab es jedoch starken Gegenwind – nicht nur von Fans der Vorlage. Erfahrt hier, was es damit auf sich hatte.

Denkt man heute an Tom Cruise, hat man ihn vermutlich rennend in einem Action-Blockbuster vor Augen. Ganz anders als die mysteriöse Rolle des ebenso verführerischen wie diabolischen Vampirs Lestat de Lioncourt aus dem homoerotischen Horror-Drama Interview mit einem Vampir von 1994.

Obwohl es sich dabei um eine der besten Performances seiner gesamten Karriere handelt, gab es damals sogar Gegenwind von Anne Rice, der Autorin der Buchvorlage, was sein Casting betraf.

So wickelte Tom Cruise als Vampir alle um den Finger

Interview mit einem Vampir-Regisseur Neil Jordan sprach anlässlich der Veröffentlichung der brandneuen 4K Ultra HD- und Blu-ray-Edition*  seines Films (deutsche VÖ am 24. September 2026) mit dem Hollywood Reporter . Auch darüber, wie die damalige Casting-Kontroverse um Cruise den ohnehin schon anspruchsvollen Dreh beeinflusste.

Rice war seit den 70er-Jahren in die Produktion von Warner Bros. involviert und bis zu ihrem Tod im Jahr 2021 stets sehr leidenschaftlich, wenn es um ihre Werke und Adaptionen ging. Hollywood-Schönling Cruise hielt sie damals für die absolut falsche Wahl. Sie selbst hatte eher jemanden wie Rutger Hauer oder Daniel Day-Lewis im Sinn. Jordan dazu:

Es war eine Qual für mich als Regisseur, für ihn als Schauspieler und für die gesamte Produktion, als die ganze Welt sagte: 'Oh, du bist falsch'. Der Widerstand, den Anne Rice gegen seine Besetzung einlegte, war eine absolute Ablenkung. Es war überhaupt nicht angenehm.

Der sechsmonatige Nachtdreh in New Orleans war auch darüber hinaus sehr hart für Tom Cruise, Co-Star Brad Pitt (als Erzähler und unsterblicher Gefährte Louis) und Jungdarstellerin Kirsten Dunst (als ihre gemeinsame Vampirtochter Claudia). Nicht nur wegen der ständigen Dunkelheit, sondern weil man den Cast vor jedem Drehtag wie Fledermäuse kopfüber aufhängte, um ihre Vampiradern für das Make-up nachzeichnen zu können.

An einem Punkt fragte der Lestat-Darsteller seinen Agenten, ob er ihn aus dem Projekt herausbekommen könnte, doch er blieb am Ende dabei und nahm die Herausforderung an.

Als alle ihm sagten, dass er nicht die richtige Wahl für die Rolle sei, mochte er die Herausforderung, ihnen das Gegenteil zu beweisen.

Und zum Glück hatte das Ganze ein unverhofftes Happy End.

Sogar Anne Rice war am Ende von Tom Cruise überzeugt

Vampir-Autorin Anne Rice, die zuerst so öffentlich gegen das Casting von Tom Cruise gewettert hatte, wurde am Ende zum größten Fan des Schauspielers. Als sie eine Vorabversion der Interview mit einem Vampir-Verfilmung von Neil Jordan sah, nahm sie alles zurück, ging in TV-Shows und buchte ganze Seiten in verschiedenen Zeitungen, um ihrer Begeisterung für Cruise Luft zu machen. Er hatte sie vollkommen als Lestat überzeugt.

Heute könnt ihr euch selbst von seiner Performance überzeugen, indem ihr euch die neue Heimkinoversion besorgt, die auch bisher ungesehene, geschnittene Szenen als Bonus hat. Oder aber ihr streamt den Film bei HBO Max im Abo. Die aktuelle Serienversion von Interview with the Vampire (mit Sam Reid als Lestat) ist bei MagentaTV zuhause.

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