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Kino 08.09.2026

Ein Film wie ein goldener Herbsttag: Sandra Bullock und Nicole Kidman bringen die Magie in Practical Magic 2 zurück

Ein Film wie ein goldener Herbsttag: Sandra Bullock und Nicole Kidman bringen die Magie in Practical Magic 2 zurück
28 Jahre nach Zauberhafte Schwestern startet die Fortsetzung Practical Magic 2 mit Sandra Bullock und Nicole Kidman im Kino. Ob sich das Fantasy-Sequel lohnt, erfahrt ihr in diesem Film-Check.

Es gibt Filme und Serien, die jedes Jahr wieder von Millionen Menschen zum Herbstanfang geschaut werden, weil sie das ganz bestimmte Gefühl von knisterndem Laub, einem Pumpkin Spice Latte während eines goldenen Spaziergangs oder einem gemütlichen Abend auf der Couch perfekt einfangen. Dazu gehört auch Zauberhafte Schwestern von 1998, in dem es Sandra Bullock und Nicole Kidman als Hexen in einer trauten Küstenstadt mit einem fiesen Liebesfluch aufnehmen müssen.

Pünktlich zum Herbstanfang startet dieses Jahr die Fortsetzung Practical Magic 2 in den Kinos und bringt die beiden zauberhaften Schwestern und ihre Stars 28 Jahre später zurück. Das Legacyquel lässt die Magie des Originals wieder aufleben und versetzt die Geschichte der Owens-Schwestern gelungen in die Gegenwart. Ganz ohne Schwächen kommt der Fantasyfilm allerdings nicht aus.

Practical Magic 2 im Kino: Der Owens-Fluch trifft die nächste Generation

Fast drei Jahrzehnte ist es her, seit die beiden grundverschiedenen Schwestern Sally (Sandra Bullock) und Gillian Owens (Nicole Kidman) geglaubt haben, den Fluch ein für alle Mal gebrochen zu haben, der seit vielen Generationen auf ihrer Familie lastet: Jeder Mann, der sich in eine von ihnen verliebt, stirbt eines grausamen, unnatürlichen Todes.

Als Sallys zweiter Ehemann Gary stirbt, wird den beiden jedoch klar, dass der Fluch weiterhin besteht und sich irgendwann auf Sallys Töchter übertragen wird. So kommt es auch, als die beiden das Erwachsenenalter erreichen: Kylie (Joey King) verliebt sich an der Uni Hals über Kopf in Gideon (Xolo Maridueña), der kurz darauf einen schweren Unfall erleidet und in Lebensgefahr schwebt.

Kylie muss fortan alles daran setzen, Gideon zu retten und den Fluch der Owens-Familie endlich zu brechen. Doch weiß die unerfahrene Hexe nicht, mit welcher Macht sie es hier zu tun hat – und es dauert nicht lange, bis sie selbst in Gefahr schwebt. Jetzt liegt es an Sally und Gillian, zu ihren magischen Wurzeln zurückzukehren und Kylie und Gideon zu retten.

Seht hier den Trailer zu Practical Magic 2 - Zauberhafte Schwestern:

Zauberhafte Schwestern wurde 1998 an den Kinokassen weder ein großer Hit noch konnte der Film die Kritik sonderlich begeistern. So hält das Original etwa auf Rotten Tomatoes  einen miserablen Kritikenscore von nur 30 (!) Prozent. Das lag vor allem am schwachen Drehbuch und dem sonderbaren Pacing, das das große Potenzial der starken Grundidee aus Alice Hoffmans Romanvorlage unter der Regie von Griffin Dunne leider nie ganz ausschöpfen konnte.

Dank seiner riesigen Stars und der einzigartigen 90er-Atmosphäre samt großartigem Soundtrack mit Songs von Stevie Nicks und Faith Hill gilt der Film jedoch heute als Klassiker, der besonders unter Millennials eine treue Fangemeinde um sich versammelt. So darf sich der Fantasyfilm entgegen allen Wahrscheinlichkeiten all die Jahre später doch noch über eine Fortsetzung freuen.

Practical Magic 2 bezaubert mit cozy Atmosphäre und Starpower

Susanne Bier (Bird Box) war sich der Stärken und Schwächen des Originals offenbar bewusst, denn der Regisseurin gelingt es in Practical Magic 2, eine weitaus geradlinigere Geschichte zu erzählen, während sie sich gleichzeitig voll und ganz auf die cozy Atmosphäre von Zauberhafte Schwestern besinnt. Das beginnt im unverkennbaren Küstenhaus der Owens-Frauen in Massachusetts, das in samtig-hellen Farben eine ganz eigene Aura versprüht und verläuft bis zu den neuen Schauplätzen in London und dem ländlichen Großbritannien, wo zwischen grünen Hügeln und Backsteingemäuern nicht selten düstere Harry Potter-Vibes aufkommen.

Dort können wir uns gemütlich in die Geschichte hineinfallen lassen, die einmal mehr die familiären Beziehungen zwischen den mittlerweile sechs verschiedenen Frauen ins Zentrum stellt. Von der älteren Hexen-Generation um Franny (Stockard Channing) und Jet (Dianne Wiest), mit denen das Wiedersehen herzzerreißend allerliebst ausfällt, über Sally und Gillian selbst, die sich mit ihrer verschlossenen bzw. offenen Art einmal mehr als Gegensätze begegnen, bis hin zum Nachwuchs um Kylie und Antonia (Maisie Williams), die treffend in die Fußstapfen ihrer Mutter und Tante treten.

Die Dynamik zwischen Bullock und Kidman bildet das klare Herzstück des Films, die sich wieder in allerlei emotionalen bis wahnwitzigen Situationen wiederfinden. Unter anderem, wenn sie einen magisch begabten Professor in seiner Wohnung aufspüren, diesen in Form von Lee Pace als – Überraschung – extrem gutaussehend, tätowiert und splitterfasernackt vorfinden und kurzerhand einen Exorzismus durchführen müssen, der wohl nicht unabsichtlich an bestimmte Szenen aus Teil 1 erinnern soll. Die beiden heutigen Superstars wieder zusammen auf der Leinwand zu sehen, dürfte aber nicht nur für Fans des Originals eine absolute Freude sein, besonders da Bullock und Kidman sich voll und ganz in ihre Rollen fallen lassen und Sally und Gilly mal so abgeklärt und mal so kindisch darstellen, wie sie es noch vor 28 Jahren getan haben.

Die Jahre haben dennoch sichtbare Spuren hinterlassen, was sich durch die heftige Weichzeichnung und den halbgaren CGI-Einschlag in mehreren Szenen auf die generelle Ästhetik der Fortsetzung auswirkt. Hier kommen Parallelen zu Der Teufel trägt Prada 2 und Freakier Friday auf, die ebenfalls die ikonische Bildgestaltung ihrer Originale auf enttäuschende Weise vernachlässigt haben. Doch gemeinsam mit Stockard Channing, Dianne Wiest, Joey King und Maisie Williams bilden Bullock und Kidman in Practical Magic 2 einen Mehrgenerationenhaushalt an Frauenfiguren und weiblichen Stars, die man heute immer noch selten in dieser Fülle und Form zusammen auf der Leinwand sieht und beinahe schon eine feministische Utopie repräsentieren. Hier wird Practical Magic 2 zu einer Ode an alle Großmütter, Mütter, Töchter und Schwestern, die unser Leben prägen und von denen wir immer wieder lernen dürfen.

Die Jungstars fügen sich ganz vorzüglich in dieses Gesamtbild ein, doch bleibt es schade, dass die Schwesternbeziehung von Kylie und Antonia nicht in ähnlichem Maße ergründet wird wie die von Sally und Gilly. Hier hätte man sich eine gemeinsame Reise nach Großbritannien und mehr von Kings und Williams’ Dynamik gewünscht, während Kylie bei ihrer Rettungsaktion stattdessen einen Alleingang startet. Alle Stars gebührend unter einen Hut zu bekommen, erweist sich ohnehin als schwieriges Unterfangen, das Bier nicht immer gelingen will. So verliert sich die Fortsetzung besonders im Mittelteil immer wieder in überladenen Szenen und Längen, bei denen womöglich einige Zuschauer:innen gedanklich aussteigen, die nicht zum ganz großen Zauberhafte Schwestern-Fandom gehören.

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Unterm Strich macht Practical Magic 2 trotzdem mehr richtig als falsch und die Leidenschaft und Hingabe aller Beteiligten bringen die Magie des Originals über den größten Teil der 130-minütigen Laufzeit auf zauberhafte Weise zurück. Und auch mit Stevie Nicks gibt es ein emotionales Wiedersehen, die einmal mehr den Soundtrack dieses besonderen Hexenzirkels prägt, bevor das ikonische Practical Magic-Theme von Alan Silvestri zurückkehrt und mächtig Stimmung verbreitet. Der Herbst kann jetzt gar nicht schnell genug kommen.

Practical Magic 2 - Zauberhafte Schwestern startet am 10. September 2026 im Kino.

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