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Rock / Heavy Metal 14.09.2026

Dead Boys: Gitarrist Cheetah Chrome ist tot

Dead Boys: Gitarrist Cheetah Chrome ist tot

Eugene Richard O’Connor, der unter dem Künstlernamen Cheetah Chrome als letztes verbleibendes Gründungsmitglied und Gitarrist der Dead Boys bekannt war, ist im Alter von 71 Jahren verstorben. Eine Todesursache wurde nicht genannt.

“Ein Wegbereiter der Punkrock-Bewegung”

Seine Band schrieb am Sonntag: „Wir sind unendlich traurig, den Tod unseres geliebten Freundes und Bandkollegen Cheetah Chrome bekannt geben zu müssen“, hieß es in der Erklärung. „Cheetah war ein echtes Original, ein Wegbereiter der Punkrock-Bewegung. Ein Ein-Mann-Hurrikan, der mit seinen wilden Gitarrenriffs und seiner manischen Energie die Musikszene auf den Kopf stellte. Abgesehen davon war Cheetah auch einfach ein wirklich liebenswerter Kerl, der Rock ’n’ Roll liebte. Wir sprechen Cheetahs Familie, Freunden und Fans auf der ganzen Welt unser tiefstes Beileid aus. Seine Musik lebt weiter und wird auch künftige Generationen inspirieren. Wir bitten in dieser schweren Zeit um Respekt für unsere Privatsphäre. Godspeed, Cheetah. Tony, Chris, Mark und die gesamte Dead-Boys-Familie.“

 

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O’Connor spielte zunächst in der Proto-Punk-Band Rocket From The Tombs, bevor er zusammen mit seinen Bandkollegen Stiv Bators und Johnny Blitz die Dead Boys gründete. Zusammen brachten sie nur zwei Alben heraus. „Young, Loud and Snotty“ aus dem Jahr 1977 und „We Have Come For Your Children“ aus dem Jahr 1978. Ersteres gilt vor allem durch den Hit “Sonic Reducer” als Punk-Klassiker.

Die Dead Boys lösten sich schließlich 1980 auf; danach verfolgte O’Connor mehrere Soloprojekte und tourte sogar mit dem berüchtigten Punk-Enfant-Terrible GG Allin. In den folgenden Jahrzehnten kam es immer wieder zu Reunions, erstmals 1987, dann 2004 und ab 2017 noch einmal. Dazu spielte die neue Besetzung das Debüt auch noch einmal neu ein. Allerdings ohne Sänger Stiv Bators, der bereits 1990 verstarb. Seinen Posten übernahm Jake Hout, der wiederum 2024 die Band unter gegenseitigen Vorwürfen verließ. Mark Thorn war seitdem Sänger. Mit ihm sollte es auch nächstes Jahr auf Jubiläumstour zum Debütalbum gehen. Ob die Band die Pläne ohne den Bandchef weiterverfolgt, ist noch unklar. Ihre letzte Show mit Cheetah Chrome spielten sie im September 2025.

Zwei Alben mit Cheetah Chrome in Arbeit

Dazu stand wohl noch ein neues Album der Dead Boys in den Startlöchern. Laut Cheetah Chrome sei das laut seinen Aussagen von Anfang letzten Jahres aber eher weniger als „Dead Boys Album“ zu labeln, da es in Kooperation mit dem ebenfalls verstorbenen Blondie-Schlagzeuger Clem Burke und Sex PistolsGlen Matlock entstand. „Für mich ist das keine Dead-Boys-Platte. Es ist eine Cheetah-Chrome-Clem-Burke-Glen-Matlock-Platte“, erklärte der Gitarrist. Es soll aber auch noch eine weitere Platte in Arbeit gewesen sein, die laut Cheetah Chrome „die erste Dead-Boys-Platte seit 40 Jahren“ sei.

O’Connor schilderte sein Leben auch in den 2010 erschienenen Memoiren „Cheetah Chrome: A Dead Boy’s Tale Grom The Front Lines Of Punk Rock“. Im Biopic „CBGB“ aus dem Jahr 2013 wurde er von “Harry Potter”-Darsteller Rupert Grint verkörpert.

“Du hast viel länger durchgehalten, als wir erwartet hatten”

Zum Tod des ikonischen Punk-Gitarristen meldete sich auch Cro-Mags-Chef Harley Flanagan. “Die Dead Boys waren die erste echte Punkband, die ich jemals im CBGB gesehen habe. Das war wirklich ein Ereignis, das mein Leben verändert hat”, so Flanagan über Instagram. “Das letzte Mal habe ich ihn vor etwa zwei Jahren gesehen – wir spielten in Boston und er trat nebenan auf. Wir haben tagsüber zusammen abgehangen, ich habe meinen Auftritt gespielt und mir dann seinen angesehen. Es war unglaublich, wir haben buchstäblich geweint und uns umarmt, haben in Erinnerungen geschwelgt, endlos… es war wunderschön, großartig, unglaublich und auch schmerzhaft. […] Er hat sich buchstäblich gerade erst bei mir gemeldet, als er von meiner bevorstehenden Operation gehört hat. Verdammt. Das ist echt beschissen. Einer meiner liebsten Punkrock-Gitarristen. Es ist wie bei einem schlechten Onkel, den man geliebt hat, obwohl er einen total schlecht beeinflusst hat. […] Verdammt… Na ja… Du hast viel länger durchgehalten, als wir erwartet hatten, mein Freund.”

 

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