All Areas Vol. 355 - Musik ohne Worte mit 10 Mal Post-Rock
Mit der Single “Remain” schicken Caspian ihrer gleichnamigen kommenden Platte ein entschleunigtes Mantra voraus, dass sich über gut neun Minuten erstreckt. Die Band verzichtet auf den ausgelutschten Aufbau von Dynamik à la “Wir beginnen so leise wie möglich und spätestens ab Minute fünf müssen dem Hörenden die Ohren klingeln, sonst gilt es nicht”. Stattdessen fließt der Song angenehm gleichmäßig dichterwerdend voran. Wobei jede neue Klangschicht mit viel Feingefühl und Bedacht über die vorherige geschoben wird.
Bereits Ende August erschien mit “Nine” von Russian Circles ein ebenfalls auf höchstem Niveau operierendes Instrumentalalbum, bei dem das Akustikgitarrenstück “Arletta” auf der Ton-Ebene fortführt, was Caspian auf Schichtebene machen: Jede gezupfte Saite und jedes Knarzen erfüllt seinen entschleunigten Zweck und reichert die Luft mit einem herrlichen Schwingen an.
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Die japanischen Post-Rock-Ikonen Mono haben dieses Jahr im Juni mit “Snowdrop” ein Album veröffentlicht, dass sie Freund und Kreativpartner Steve Albini widmen und sich mit Verlust und Trauer beschäftigt. Im Song “Bells Of Ireland” entfalten sich melancholische Streichersphären zu einem episch schimmernden Klangwerk.
Subtiler, aber nicht weniger atemberaubend lassen All Them Witches auf ihrem Ausnahmealbum “Nothing As The Ideal” eine einzelne Gitarre im Interlude “Everest” sprechen, während Mogwai 2017 mit “Coolverine” einen Albumopener für “Every Country’s Sun” gezaubert haben, der die von ständiger Luftbewegung getriebenen Wolkenfetzen über den Bergen ihrer Heimat Schottland vor dem inneren Auge heraufbeschwört.
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2003 wiederum schaffen Explosions In The Sky mit “Your Hand In Mine” von ihrem Debüt “The Earth Is Not A Cold Dead Place” eine wundervoll hoffnungsvolle Soundscape, die sich ähnlich wie die neue Single von Caspian Zeit nimmt, um ihre volle Klangschönheit zu entfalten.
Ganz frisch wiederum haben die Spanier Toundra ihre Single “30960” aus dem kommenden ebenfalls im Oktober erscheinenden Album “Siete” veröffentlicht und legen den Fokus auf den treibenden Schlagzeugrhythmus. Auch If These Trees Could Talk nutzen wuchtigere Stilmittel, um in “Moon Machine” vom im Juli veröffentlichten Album “The Hidden Hand” einen dicht gewebten Klangteppich auszurollen.
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Einen Songtitel als Versprechen liefern This Will Destroy You 2006 mit “Quiet”, dem Opener ihres selbstproduzierten Debüts “Young Mountain”. Damit verfolgen sie einen ähnlichen Ansatz wie die Iren God Is An Astronaut mit dem flirrenden “Fragile” vom zweiten Album “All Is Violent, All Is Bright”. Manchmal braucht es eben keine Worte.
Noch mehr All Areas Playlisten sowie unsere “Draußen”- und “Best New Songs”-Playlisten findet ihr unter visions.de/playlists. Und wer noch mehr hören möchte, sollte in unseren Podcast “Der Soundtrack meines Lebens” reinhören.
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